Wechselwirkungen bei Medikamenten erklärt:

Was man bei der Einnahme von mehreren Medikamenten berücksichtigen sollte.

Stand: 02.05.2020

1. Was sind Wechselwirkungen?

Wechselwirkungen sind Beeinflussungen, die ein Medikamente untereinander haben können. Diese Art des gegenseitigen Zusammenspiels kann jedoch nicht nur zwischen Medikamenten, sondern auch zwischen Medikamenten und Lebensmitteln auftreten. Über Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln haben wir einen zweiten Artikel geschrieben. Den findet ihr hier.

Zunächst ist wichtig zu sagen, dass das Zusammenspiel sowohl von positiver als auch von negativer Natur sein kann. Es ergeben sich bei Wechselwirkungen zweier Medikamente sowohl verstärkende als auch abschwächende Effekte.

2. Was ist der Unterschied zwischen Wechselwirkungen und Nebenwirkungen?

Wie oben beschrieben treten Wechselwirkungen zwischen zwei oder mehr Medikamenten auf. Im Gegensatz dazu, können Nebenwirkungen bereits von einem Medikament verursacht werden. Sie bezeichnen ganz allgemein alle unerwünschten Wirkungen eines Medikaments. Wechselwirkungen von Medikamenten können hingegen auch erwünscht sein.

Zunächst ist wichtig zu sagen, dass das Zusammenspiel sowohl von positiver als auch von negativer Natur sein kann. Es ergeben sich bei Wechselwirkungen zweier Medikamente sowohl verstärkende als auch abschwächende Effekte.

3. Wann können Wechselwirkungen gefährlich werden?

Wechselwirkungen müssen nicht zwangsläufig gefährlich sein. Jedoch können übersehene Wechselwirkungen beispielsweise dazu führen, dass die genommene Anzahl der Medikamente stetig steigt.

Im Alltag kommt es häufig vor, dass potentielle Wechselwirkungen zweier Medikamente übersehen werden. Grund dafür ist Ärzte und Patienten nicht immer über einen aktuellen Überblick darüber verfügen, welche Medikamente der Patient derzeit nimmt.

Nicht selten führt das dazu, dass neue Symptome auftreten. Diese werden dann häufig mit einem weiteren Medikament behandelt. So kann eine hohe Anzahl von parallel eingenommen Medikamenten entstehen und das Risiko von sich negativ auswirkenden Wechselwirkungen steigt.

Bei Wechselwirkungen spielt jedoch auch die Genetik eine Rolle. So haben ca. 8% der deutschen Bevölkerung genetische Veränderungen von sogenannten CYP-Enzymen und können bestimmte Wirkstoffe deutlich langsamer abbauen als der Rest der Bevölkerung. Dadurch ist das Vorkommen des Wirkstoffes im Körper häufig größer. Entsprechend sollte eine niedrigere oder angepasste Dosierung erfolgen. Gerade bei Psychopharmaka oder bei Beta-Blockern ist hier Vorsicht geboten.

Auch im fortschreitenden Alter steigt das Risiko, dass vermehrt Wechselwirkungen auftreten. Wirkstoffe verbleiben im Alter länger im Körper, weil er sie nicht entsprechend abbauen kann (schwächere Leber und Nieren). Dein Arzt sollte die Dosierungen der Medikamente immer wieder überprüfen.

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Ein Beispiel:

Im Alter nimmt die Stärke des Herzens häufig ab. Das Herz kann das Blut nicht mehr richtig durch den Körper pumpen. Dabei staut sich Flüssigkeit an und Wassereinlagerungen beispielsweise in den Beinen entstehen. Normalerweise würde man hier eine Wassertablette geben. Diese baut die Wassereinlagerungen ab. Im Alter leiden viele Menschen jedoch bereits chronisch an Wassermangel. Die zusätzliche Einnahme von Tabletten zur Entwässerung würde dazu führen, dass dem Körper weiteres Wasser entzogen wird. Eine Folge davon ist ein sinkender Blutdruck. Entsprechend sollte man auch die Blutdruckmittel anpassen. Würde man die Dosierung auf einem Niveau belassen kann das dazu führen, dass der Blutdruck weiter sinkt und dem Patienten schwindelig wird.

In Deutschland werden jährlich 250.000 Menschen aufgrund von übersehenen negativen Wechselwirkungen in das Krankenhaus eingeliefert. Studien zur Folge ist jeder 4. von unerwünschten Arzneimittelwirkungen betroffen. Um diese unerwünschten Wechselwirkungen aktiv vorzubeugen, ist es daher wichtig, dass du mit deinem Arzt abstimmst, zu welchen Zeitpunkten du deine Medikamenteneinnahme vornehmen solltest. Es gilt dabei: Lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen.

4. Worauf sollte man achten, wenn man mehrere Medikamente am Tag nimmt?

Nimmt man mehrere Medikamente parallel steigt das Risiko der Wechselwirkungen mit jedem weiteren Medikament. Nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente spielen dabei eine Rolle, sondern auch solche die rezeptfrei sind oder lediglich als Nahrungsergänzungsmittel dienen. Dabei kann man leicht den Überblick verlieren. Daher ist es wichtig, eine Übersicht zu führen, die alle Medikamente auflistet und diese aktuell zu halten.

Seit 2016 hast du ein Anrecht auf einen Medikationsplan, der genau diesen Zweck erfüllt. Deinen Medikationsplan kannst du bei deinem Hausarzt anfragen. Wir raten den Medikationsplan online zu verwalten. Denn häufig kommen Medikationspläne weg, bleiben liegen oder werden vergessen. Hast du deine Medikamente einmal online eingetragen, kannst du den Medikationsplan ganz einfach ausdrucken.

Dein individueller Medikationsplan hilft deinem Arzt aber vor allem dir dabei, den Überblick zu behalten. So können von deinem Arzt Wechselwirkungen überprüft und Doppelmedikationen leichter ausgemacht werden. Zudem vereinfacht eine Medikamentenübersicht die Einnahme im Alltag. Mehr Informationen zum Medikationsplan haben wir hier für dich zusammengefasst.

5. Wie kann man Wechselwirkungen überprüfen lassen?

Wichtig ist, dass du regelmäßig eine Prüfung der Wechselwirkungen durch fachliches Personal wie beispielsweise durch deinen Arzt oder Apotheker durchführen lässt. Einfache Wechselwirkungschecks können aber auch Onlineportale abbilden, ersetzen aber die fachliche Überprüfung nicht! Ein Beispiel dafür ist der angebotene Wechselwirkungscheck der Apothekenumschau. Wir bieten euch die Möglichkeit auf einen Wechselwirkungscheck via Video-Telefonie. Dabei wird eine Analyse deiner Medikamente auf Wechselwirkungen nach AMTS-Standard durchgeführt und die Ergebnisse einfach erklärt. Viele Krankenkassen bezuschussen den Service bereits. Einige übernehmen auch die gesamten Kosten. Mehr dazu findest du hier.

 

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Hast du schon einmal negative Erfahrungen mit Wechsel- oder Nebenwirkungen gemacht?

Quellen:

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