Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln

Worauf sollte man achten?

Stand: 02.05.2020

1. Was sind Wechselwirkungen und wie werden sie durch Lebensmittel hervorgerufen?

Bei Wechselwirkungen handelt es sich um Beeinflussungen, die Medikamente aufeinander haben können. Diese Art der gegenseitigen Beeinflussung kann jedoch nicht nur zwischen Medikamenten, sondern auch zwischen Medikamenten und Lebensmitteln auftreten. Über Wechselwirkungen zwischen Medikamenten untereinander haben wir bereits einen Artikel veröffentlicht. Diesen findest du hier.

Wenn du mehrere Medikamente einnimmst weißt du, dass bestimmte Medikamente vor, zur oder auch erst deutlich nach der Mahlzeit eingenommen werden sollten. Der Grund dafür ist, dass Nahrungsmittel die Entfaltung bestimmte Wirkstoffe einschränken, komplett aufheben aber auch verstärken können. Berücksichtigt werden sollten aber auch alle eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel.

2. Welche Lebensmittel können Wechselwirkungen verursachen?​

Es gibt verschiedene Lebensmittel, deren Verzehr zu Wechselwirkungen mit verstärkenden oder abschwächenden Effekten der Medikamente führen kann. Die häufigsten Beispiele haben wir hier aufgeführt:

Beispiel 1: Alkohol

Alkohol gilt als der Störfaktor Nummer 1, wenn es um die sicherere Einnahme von Medikamenten geht. Insbesondere bei Arzneimitteln wie zum Beispiel Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antidepressiva oder anderen Psychopharmaka ist mit Problemen zu rechnen. Wie Alkohol haben auch diese Medikamente eine dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem, sodass der Konsum von Alkohol zusätzliche verstärkende Effekte hat.

Beispiel 2: Koffein

Nicht nur Alkohol sondern auch Koffein kann Wechselwirkungen verursachen. Koffein führt zu Bluthochdruck und kann wiederherum Herzrasen und Schlafstörungen zur Folge haben. Verstärkt treten diese Effekte dann auf, wenn bestimmte Antibiotika eingenommen werden, in denen sogenannte Gyrasehemmer enthalten sind.

Wechselwirkungen zwischen Medikamenten

Je mehr Medikamente eingenommen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wechselwirkungen auftreten. Die wichtigsten Fragen haben wir beantwortet.

Beispiel 3: Tee

Auch bei Tee ist Vorsicht geboten, da die Gerbsäure in schwarzem Tee die Aufnahme vieler Arzneistoffe ganz erheblich beeinträchtigt. Beispielsweise wird Eisen fest gebunden, was zur Folge, dass es verstärkt ausgeschieden wird. Daher sollte die Einnahme erst zwei Stunden nach dem Tee erfolgen. Bei Arzneimitteln wie Psychopharmaka und Asthmamitteln, bei denen ein gleichmäßiger Blutspiegel besonders wichtig ist, sollten gerbstoffhaltige Getränke nicht konsumiert werden.

Beispiel 4: Milchprodukte

Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung von Osteoporose und dem gleichzeitigen Konsum von Milchprodukten geboten. Denn hier ist grundsätzlich eine reichliche Calciumzufuhr notwendig.

Wenn jedoch an Tagen sogenannte „Bisphosphonate“ gegen die Osteoporose eingenommen werden, muss konsequent mindestens eine Stunde vor und mindestens zwei Stunden nach der Mahlzeit auf die Einnahme von Calcium-haltigen Nahrungsmitteln verzichtet werden, da der Körper die Wirkstoffe sonst nicht verwerten kann.

Beispiel 5: Mineralwasser

Viele Menschen greifen beim Kauf von Mineralwasser auf besonders Calcium- und Eisen-haltiges Wasser zurück. Wie bereits bei den Milchprodukten beschrieben, wird die Wirkung von Osteoporosemitteln dadurch beeinträchtigt. Eine Wirkungsminderung ist auch bei Schilddrüsenpräparaten möglich. Allgemein sollten Medikamente daher mit Leitungswasser eingenommen werden.

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Beispiel 6: Lakritz

Der übermäßige Konsum von Lakritzen kann für Menschen mit Bluthochdruck problematisch sein. Inhaltsstoffe des Lakritz verursachen eine Veränderung des Mineralstoffwechsels mit Natriumanreicherungen und Kaliumverlusten. Das kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe und Muskelschwäche führen. Neben Patienten mit Bluthochdruck sollten auch Herz-Kreislauf-Patienten, Diabetiker und Schwangere möglichst auf Lakritz verzichten.

Beispiel 7: Grapefruit, Grapefruitsaft

Am bekanntesten ist das Beispiel der Grapefruit bzw. der Verzehr von Grapefruitsaft. Die Inhaltsstoffe können auch Stunden nach dem Verzehr dazu führen, dass geplante Wirkungen von Medikamenten nicht oder nur abgeschwächt auftreten. Vorsicht ist geboten bei der Einnahme von Mitteln gegen Erektionsstörungen, bei einigen Cholesterinsenkern, Schlafmitteln sowie bei Blutdruckmitteln.

3. Was sollte man bei der Einnahme von mehreren Medikamenten berücksichtigen?

Die obige Liste zeigt, dass bei der Medikamenteneinnahme der Ernährung eine besondere Rolle zukommt. Aktuelle Studien zeigen, dass in Deutschland jeder 4. von unerwünschten Arzneimittelwirkungen betroffen ist. Jedoch gibt es noch zu selten grundlegende Forschungen zu den Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln. Daher ist es wichtig, dass du mit deinem Arzt über die möglichen Wechselwirkungen sprichst und auch Angaben über Unverträglichkeiten, genommene Nahrungsergänzungsmittel oder Ernährungsweisen (Vegetarismus, Veganismus) machst. Je mehr Informationen deinem Arzt zur Verfügung stehen desto höher ist die Chance, dass Wechselwirkungen aktiv vorgebeugt werden.

Alternativ können auch geschulte Apotheker einen professionellen Wechselwirkungscheck durchführen. So bieten wir dir die Möglichkeit, deine Medikamente nach AMTS-Standard durch zertifizierte Apotheker überprüfen zu lassen und dir die Ergebnisse in einem Video-Telefonat erklären zu lassen. Der Service wird von vielen Krankenkassen teilweise übernommen oder sogar vollständig finanziert. Mehr dazu erfährst du hier.

Im Alltag kann dich beispielsweise auch ein Medikationsplan unterstützen. Der Medikationsplan umfasst das Feld „Hinweise“ indem du genau solche Bemerkungen für dich selbst notieren kannst. Idealerweise stellt dein Hausarzt dir deinen Plan aus. Mehr Informationen rund um den Medikationsplan haben wir hier für dich zusammengefasst. Zusätzlich ist es sinnvoll deinen Medikationsplan digital zu verwalten, denn häufig gehen die Medikmanetenübersichten verloren. Anbieter wie Aporize bieten es an deinen Medikationsplan für dich zu digitalisieren, indem du nach der Registrierung ein Foto deines aktuellen Plans hochlädst. Hast du deine Medikamente einmal online eingetragen, kannst du dir deinen individuellen Medikationsplan auch ausdrucken. 

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Quellen:

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